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Méi Gréngs an eise Stied an Dierfer: E Bäitrag zur Liewensqualitéit, der Klimaupassung an dem Erhalt vun der Biodiversitéit

Am Donnerstag, den 25. Februar 2021, lud das Oekozenter Pafendall und der Mouvement Ecologique zur Auftaktveranstaltung der Webinar-Reihe „Méi Gréngs an eise Steid an Dierfer“ ein. Gut 140 Personen nahmen an der Veranstaltung teil.

In seiner Begrüßungsrede machte Théid Faber, Präsident des Oekozenter Pafendall, deutlich, um was es bei dieser Forderung geht: Durch das Einplanen und Erhalten von Grünstrukturen- und elementen soll „die Aufenthaltsqualität der Straßen und Plätze deutlich erhöht und der Straßenraum sozialgerecht, im Einklang mit den Herausforderungen des Klimawandels und der Bodiversitätskrise umgebaut werden“. Dies umso mehr, als vielen Bürger*innen in COVID-19-Zeiten die Bedeutung eines naturnahen Wohnumfeldes bewusster geworden sei. Zu diskutieren sei, „wie dafür auf der Ebene des Staates, der Gemeinden und der Bürger*innen die notwendige Akzeptanz gewonnen werden kann und wie sich diese Vision konkret umsetzen lässt“.

Umweltministerin Carole Dieschbourg erklärte sich überzeugt vom positiven Nutzen der Vegetation im urbanen Raum für den Menschen, aber auch für die Artenvielfalt und verwies auf den Naturpakt, über den die Gemeinden in Zukunft für ihr Naturschutzengagement in Form einer Auszeichnung und Finanzzuschüssen belohnt werden sollen. Der Naturpakt wurde dann auch am Ende der Veranstaltung (Video: 1h38) von Gilles Biver, Conseiller de Gouvernement première classe beim Umweltministerium, vor allem mit Blick auf seine Lenkungsmöglichkeiten in Bezug auf Grünstrukturen im urbanen Raum, vorgestellt.

Die erste Referentin des Abends, Frau Anna Detzlhofer, Landschaftsplanerin aus Wien, stellte Wege zur grünen Stadt, vor allem mit Blick auf den Klimawandel und die Verbesserung der Lebensqualität vor. Dies erfolgte anhand einer Reihe konkreter und sehr anschaulicher Praxisbeispiele und den darin gewonnenen Erfahrungen.

Zur Lebensqualität zählt die Gesundheitsvorsorge (Minderung der Feinstaubbelastung, Verbesserung der Luftqualität und Binden das Treibhausgas CO2, Lärmreduktion, die beruhigende Wirkung…) genauso wie die sozialen Begegnungs- und Bewegungsorte und auch der  kulturelle Teil von Quartiersidentität. Die Anpassung an den Klimwandel umfasst den Ausgleich von Witterungsextremen wie Hitze, Trockenheit, Sturm und Starkregenereignissen, die Reinigung von Niederschlagswässern und Grundwasserneubildung sowie die Reduzierung urbaner Hitzeinseln.
Anhand konkreter Umsetzungsbeispiele aus Wien zeigte Sie auf, wie Stadtbäume, Fassadenbegrünung, Parkanlangen und Co. das Klima im urbanen Raum senken und die Lebensqualität der Einwohner erhöhen. Dass da auch mal Parkplätze „geopfert“ werden mussten, war bei den Einwohnern*innen der neu begrünten Straße schnell vergessen. Sie erfreuten sich an neu gewonnenem und attraktiv gestaltetem Lebensraum direkt vor ihrer Haustür.

Der ökologische Wert von Stadtnatur wurde von der zweiten Referentin, Frau Juliane Mathey, Diplombiologin vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden, vorgestellt. Sie ging auf die Vereinbarkeit von Biodiversitätsschutz und den Nutzungsbedürfnissen der Stadtbewohner ein und erläuterte wie Grünstrukturen und Elemente aussehen sollten, damit Sie eine ökologische Funktion einnehmen können. Frau Mathey machte deutlich, dass eine kommunale Biodiversitätsstrategie durchaus ein interessantes Instrument sein kann, da schon alleine über den Prozess der Aufstellung einer solchen Strategie und der dazugehörigen Bestandsaufnahme Lücken aufgedeckt und die richtigen Fragen gestellt werden. Auch kann über eine solche Strategie politische Verbindlichkeit geschaffen werden und der Biodiversitätsschutz prioritärer in kommunale Entscheidungen mit einfließen.

Im Anschluss der Vorträge tauschten sich Referent*innen und Teilnehmer*innen über die Umsetzungsmöglichkeiten von „Méi Gréngs an eise Stied an Dierfer“ in Luxemburg, um Qualitätsansprüche und die Einbindung verschiedener Akteure aus.

Die Webinar-Reihe findet statt unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Umwelt, Klima und Nachhaltige Entwicklung, des Innenministeriums, des Ministeriums für Mobilität und öffentliche Arbeiten, des Ministeriums für Energie und Raumentwicklung und des Gemeindesyndikates SYVICOL.

 

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